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Pretest eines digitalen Hilfsmittels für das Musée du quai Branly – Jacques Chirac

Pretest eines digitalen Hilfsmittels für das Musée du quai Branly – Jacques Chirac in Paris: Ausgehend von der Nutzung und den Erwartungen der Museumsbesuchenden wurde ein Hilfsmittel für den Besuch entwickelt

Hintergrund der Studie:

Im Oktober 2022 erneuerte das Musée du quai Branly – Jacques Chirac seine Zusammenarbeit mit L’Oeil du Public und gab den Auftrag einen Pretest für ein digitales Hilfsmittel durchzuführen.

Im Rahmen eines Projektes zur Neugestaltung des Kartenverkaufsbereichs kam die Idee der Entwicklung eines digitalen Hilfsmittels zur Unterstützung des Museumsbesuches. Dabei handelt es sich um Touchscreens, welche das Erlebnis der Besuchenden interaktiv gestalten (3D-Karte, praktische Informationen, Inhalte zum Veranstaltungsangebot, etc. …). Diese Bildschirme wären frei zugänglich und würden im Garten in der Nähe des Museumseingangs aufgestellt.

Um wichtige Erkenntnisse für die Entwicklungsphase zu gewinnen, wollte das Projektteam Modelle testen. Um das bestmögliche Erlebnis zu gewährleisten, legte das Museum Wert darauf, im Vorfeld mit dem Publikum zusammenzuarbeiten, um ihre Bedürfnisse und Erwartungen zu ermitteln. Schliesslich sind diese die zukünftigen Nutzende des Geräts.

Es ging somit um:

  • Die Relevanz des Konzepts in Bezug auf die unterschiedlichen Profile des Publikums und seinen Beitrag zum Besuchserlebnis zu erfassen.

  • Testen und erforschen, wie einfach die Aneignung des Systems ist, wie relevant die vorgeschlagenen Routen empfunden werden, wie flüssig und einfach die Navigation ist und wie die Inhalte wahrgenommen und bewertet werden.

  • Ausserdem sollten die Auswirkungen dieses neuen Instruments auf das Image des Museums im Hinblick auf den Gästeempfang erforscht werden.

  • Und schliesslich sollten Optimierungsmöglichkeiten für ein optimales System aufgezeigt werden.

Angewandte Methodik :

L’Oeil du Public empfahl eine qualitative Studie durchzuführen, die auf Einzelinterviews vor Ort basierte. Die Stichprobe setzte sich aus den Zielgruppen des Museums zusammen: junge Besuchende (18-30 Jahre), Senioren, Familien, internationale Gäste, mit einer Mischung aus Erst- und Stammbesuchenden.

Das Interview bestand aus vier Hauptteilen:

  • Zunächst wurde den Befragten das Prinzip der Touchscreens am zukünftigen Standort der Geräte im Garten erläutert. Dies führte bereits zu ersten spontanen Einschätzungen des Konzeptes.

  • Das Interview wurde anschliessend in einem Raum des Museums fortgesetzt, wo das Projekt in Form von interaktiven digitalen Modellen vorgestellt wurde. Die Interviewten erkundeten die Modelle anhand eigener Bedürfnisse und Wünsche, wobei sie sich so weit wie möglich in den Kontext der tatsächlichen Nutzung versetzten.

  • Eine dritte Phase bestand aus der assistierten Erkundung weiterer Nutzungspfade, um die Relevanz und Effektivität des gesamten Systems zu bewerten.

  • Schliesslich wurde eine Bilanz gezogen, um die Stärken und Schwächen, das erlebte Interesse, die vorrangigen Informationen und Routen, die geplanten Bedingungen für eine optimale Nutzung und die erwarteten Verbesserungen herauszuarbeiten.

Diese Methodik ermöglichte es, die individuellen Beweggründe und Nutzungsmuster der einzelnen Besucherprofile genau zu verstehen und durch persönliche Interviews ein Maximum an Informationen aus jedem Teilnehmer herauszuholen.

Ergebnisse und Nutzen der Studie:

Die umfangreiche Feldphase ermöglichte die Erstellung einer detaillierten Analyse. Das neue Konzept des Museums wurde von den verschiedenen Zielgruppen als sehr nützlich und interessant empfunden, insbesondere um sich im Museum zurechtzufinden und Zugang zu verschiedenen kulturellen Informationen zu erhalten.

Die Studie hat insbesondere wertvolle Informationen über die von den Besuchern geplanten und erwarteten Funktionen, die konkreten Vorteile für das Besuchserlebnis und die symbolischen Vorteile für das Image des Musée du quai Branly – Jacques Chirac ans Licht gebracht. Die Studie zeigte auch die grossen Stärken und Schwächen des Systems in seiner jetzigen Form auf, und die Befragten machten Vorschläge für konkrete Funktionen, die das Nutzungserlebnis bereichern und verbessern könnten.

Schliesslich lieferten die Ergebnisse praktische Ansätze für weitere Arbeiten, die sowohl dazu dienen, die allgemeine Ausrichtung des Projekts zu verfeinern, als auch konkretere Elemente für eine grössere Klarheit der Informationen oder eine optimale grafische und visuelle Präsentation zu präzisieren.

Pretests ermöglichen es, das Publikum in den Entstehungsprozess eines Projekts einzubeziehen, um seine Wahrnehmungen gründlich zu testen und Verbesserungsschwerpunkte zu definieren. Sie sind daher sehr wertvolle Instrumente, um die Erwartungen und Bedürfnisse Ihres Publikums besser zu erfüllen.

 

© L’Oeil du Public
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